Stimmen

Aleida Assmann

Eine große, kreative Denkkraft und ein riesiger Wissensfundus zeichnen Aleida Assmann aus. Sie ist Anglistin, Ägyptologin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin – eine der bedeutendsten im deutschsprachigen Raum. Kulturelles Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen sind zentrale Themen ihrer Forschung, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Aleida Assmann unterrichtete an der Universität Konstanz und hatte zahlreiche internationale Gastprofessuren u.a. in Princeton und Yale. Sie ist Mutter von fünf Kindern, und es gelingt ihr mit dieser Form gelebten Gemeinsinns auf einzigartige Weise, Karriere, Kinder und Familie zu verbinden. Für die künstlerische Praxis von Christoph Viscorsum ist Aleida Assmann seit vielen Jahren eine inspirierende Impulsgeberin und Denkpartnerin.

Hubert von Goisern

verbindet auf einzigartige Weise den Bezug zur Heimat mit andersartigen Blickwinkeln und grundsätzlichen Fragen, oft ausgehend von der Musik. Aufgewachsen im innersten Salzkammergut, brachte er die heimische Musik mit anderen zusammen und wurde weit über die Grenzen Österreichs bekannt. Seine Tourneen und musikalischen Reisen führten ihn quer durch Europa, die USA, in den arabischen Raum, nach Tibet und Afrika. Hubert von Goisern engagiert sich kulturpolitisch und hat zwei Kinder.

Wanda Golonka

hat zwei Töchter. Sie war Tänzerin bei Pina Bausch und Choreografin u.a bei Neuer Tanz und am Schauspielfrankfurt. Am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin leitet sie den Studiengang Choreographie und hat eine Ausbildung in schamanischer Praxis. Zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die sinnliche Entdeckung des Raumes, den sie im Zusammenhang mit Körper und Zeit untersucht. Für den Großen Welt-Raum-Weg war Wanda Golonka vier Tage im Toten Gebirge um die Choreografie für Track 14, das Zurückkommen in den Alltagsraum zu entwickeln.

Herbert Grill

ist einer der letzten Bauern der Schwarzenbergalm. Gleichzeitig arbeitet er als Krankenpfleger, damit er den landwirtschaftlichen Betrieb, der früher die Familie ernährt hat, erhalten kann. Herbert Grill hat sich in den Gesprächen sehr humorvoll und offen auf die ungewöhnlichen Fragen von Christoph Viscorsum eingelassen.

Gerlinde Kaltenbrunner

ist die erste Frau, die die vierzehn höchsten Berge der Erde ohne Zusatzsauerstoff und Hochträgerunterstützung bestieg. Aufgewachsen am Rande des Toten Gebirge fand sie dort den Bezug zu den Bergen, konnte sich bergsteigerisch entwickeln und wurde Expertin für die innere Dimension des Bergsteigens, die Verbindung des Körpers mit dem Raum.

Veronika Kirchner

hat bei einem Testlauf im Juli 2023 die Erfahrung des Projekts gemacht und bei der Rückkehr in die von Menschen hergestellte Welt über das unterschiedliche Sein in diesen Welten gesprochen.

Jutta Leskovar

ist Prähistorikerin, Expertin für die Ur- und Frühgeschichte Oberösterreichs und leitet die zugehörige Sammlung am OÖ. Landesmuseum und schreibt historische Romane. Jutta Leskovar analysiert die Schnittstellen zwischen Archäologie und Spiritualität im Rahmen wissenschaftlicher Projekte und beschäftigt sich mit Schamanismus in Theorie und Praxis. Ihr offenes Denken erlaubt es, sich auf weitere als nur die wissenschaftlich üblichen Perspektiven einzulassen.

Anna Morbitzer-Sassi

Aufgewachsen in Bad Ischl war Anna Morbitzer-Sassi Ministrantin, und hat in der Stadtpfarrkirche zahlreiche persönliche Erfahrungen mit dem Raum und der Liturgie gemacht, die sie für den Großen Welt-Raum-Weg geteilt hat. Anna Morbitzer-Sassi ist Lehrerin für Deutsch und Französisch und Pfarrgemeinderätin.

Stefan Nuspl

ist zufällig auf einer Berghütte zum Großen Welt-Raum-Weg gekommen; oft durchquert er auf seinen Touren die Steinwüste des Toten Gebirges. Stefan Nuspl arbeitet als Jurist beim Zollamt.

Christian Öhler

ist seit 2010 Stadtpfarrer in Bad Ischl-St. Nikolaus. Aufgewachsen als „Stahlstadtkind“ am Bindermichl in Linz mit familiären Wurzeln in Helfenberg im Mühlviertel bei alten, heiligen Steinen, denkt er spirituell auf hohem Niveau. Christian Öhler kann als Welt-Raum-Verbinder sowohl in einem Arbeiterviertel der Industriestadt Linz wie auch im folkloristisch geprägten Salzkammergut eine Gemeinde führen.

Edith Pühringer

wurde zum Großen Welt-Raum-Weg eingeladen, weil sie auf besonders tiefe Art und Weise die Rituale der Kirche und den damit verbundenen Glauben spüren kann – daraus ist eine lange Interviewarbeit entstanden. Edith Pühringer ist Krankenschwester in Bad Ischl.

Rebecca Raue

ist bildende Künstlerin und kann auf besondere Art und Weise Räume für Menschen öffnen. In dem von ihr initiierten Langzeit-Projekt Ephra belebt sie den Raum zwischen Kunst und Kindern. So entstehen bedeutungsvolle Verbindungen. Rebecca Raues Arbeit umspannt Körper, Wahrnehmung und Spiritualität.

Elisabeth von Samsonow

ist Künstlerin und Philosophin und bewegt sich sowohl in der Theorie der Gegenwart als auch der tiefen Geschichtshorizonte außergewöhnlich versiert. Sie studierte Philosophie, Theologie und Kunst und wurde1996 auf den Lehrstuhl für philosophische und historische Anthropologie der Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien berufen. In der Formulierung ihrer Gedanken setzt Elisabeth von Samsonow nicht nur das Wort, sondern auch das Fühlen aktiv ein. Für den Großen Welt-Raum-Weg war sie mehrfach vor Ort und hielt sich tagelang im Toten Gebirge auf.

Ariadne von Schirach

unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an verschiedenen Hochschulen und hält Vorträge im In- und Ausland. Zudem arbeitet sie als freie Journalistin und Kritikerin. Sie wurde bekannt als Autorin der Sachbuch-Bestseller Der Tanz um die Lust (2007), Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst (2014) oder Glücksversuche. Von der Kunst, mit seiner Seele zu sprechen (2021). Für den Großen Welt-Raum-Weg begab sich Ariadne von Schirach auf einer mehrtägigen Bergtour in die Steinwüste und setzte sich Gedanken von Umperspektivierung vor Ort aus.

Harald Stachelscheid

ist Handelnder in einer derzeit zentralen wissenschaftlichen Entwicklung: der Biotechnologie. Er kann Zellen zu Herzzellen werden lassen und unter seinem Mikroskop zusehen, wie sie zu schlagen beginnen. Er ist Stammzellforscher und Leiter der Technologieplattform Stammzellen an der Charité und am Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Harald Stachelscheid verändert das, woraus wir gemacht sind, und versucht, Menschen zu helfen, indem er daran arbeitet, Organe wachsen zu lassen.

David Steindl-Rast

ist Mönch und war zum Zeitpunkt der Interviews 96 bzw. 97 Jahre alt. Als Eremit, spiritueller Lehrer, Psychologe und Autor beschäftigt er sich mit den einzigartigen Herausforderungen und Möglichkeiten unserer Zeit und war weltweit tätiger Vortragsreisender für pluralistische Religionstheologie und Zen-Buddhismus. Heute lebt David Steindl-Rast in Argentinien und im Europakloster Gut Aich in St. Gilgen und ist mit der Pfarre in Bad Ischl und dem Salzkammergut verbunden.

Anne Tlach

hat jahrelange Erfahrung als Hebamme, studierte Ethnologie, hat eine Zulassung als Naturärztin in der Schweiz und berät und lehrt heute als Pädagogin an verschiedenen Bildungseinrichtungen und politischen Institutionen. Ihre Schwerpunkte sind dabei Bindung, Natur und Inklusion im Kontext von Bildung und gesellschaftlichen Veränderungen. Sie saß für das Interview stundenlang in der Kälte der Nacht im Toten Gebirge – bis zum Sonnenaufgang.

Harald Welzer

Beim Nachdenken identifiziert Harald Welzer die jeweils gegebenen Grundannahmen. Was er beim Denken entdeckt, setzt er um. Sieht Harald Welzer kein Weiterkommen, steigt er aus einer komfortablen Situation aus und sucht eine andere Möglichkeit der Fortbewegung – gelebtes Transformationsdesign. Harald Welzer lehrt an der Europa-Universität Flensburg und der Universität St. Gallen; er ist Mitbegründer von Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit und einer der wichtigsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.